  Alexandra Eichberger, Cluster Lead „Employer of Choice“ der Deutschen Telekom, über die Vorteile einer diversen Unternehmenskultur im Wettbewerb um die besten Talente und warum der Blick auf Vielfalt nicht nur geweitet, sondern auch verändert werden muss. Diversity-Marketing spielt eine ganz besondere Rolle, wenn es um die Vermarktung des eigenen Unternehmens geht. Im Wettbewerb um die besten Talente möchte sich auch die Deutsche Telekom als „Employer of Choice“ positionieren – und hat gleich die passende Stelle dafür geschaffen. Nämlich die von Alexandra Eichberger, die den Cluster „Employer of Choice“ leitet: „Das Thema Fachkräftemangel im Tech-Bereich ist riesig, wir können es uns nicht leisten uns auf die Strahlkraft der Marke zu verlassen“, bringt sie die Notwendigkeit der Employer-Branding-Maßnahmen auf den Punkt. Und weil die Talente divers sind, so die simple und gleichwohl eindeutige Schlussfolgerung, muss natürlich auch das Employer-Marketing divers sein. Die Deutschen Telekom dreht dafür gleich an mehreren Stellschrauben: Gefördert vom Vorstand, gibt es hier ein in der Zentrale angesiedeltes Team, dass sich um das Thema Diversität kümmert. Darüber hinaus gibt es Diversity-Beauftragte mit lokalen Verantwortlichkeiten in den jeweiligen HR-Teams der Märkte. „Diese Institutionalisierung des Themas ist wichtig, aber das alleine reicht nicht. Wir brauchen auch eine entsprechende Unternehmenskultur und Role-Models“, sagt Eichberger mit Blick auf den achtköpfigen Vorstand des DAX-Unternehmens. Zu ihm gehören bei der Deutschen Telekom inzwischen drei Frauen und auch zwei nicht-weiße Männer. „Und das macht natürlich einen Unterschied." Strukturelle und kulturelle Veränderungen Neben den strukturellen Veränderungen braucht es aber unbedingt auch eine kulturelle Veränderung, ist sich Eichberger sicher. Ihr Ansatz dabei: „Steter Tropfen höhlt den Stein. Vom Führungskräfteseminar zum Thema „unconscious bias“ über Guidelines für Bewerbungsprozesse bis hin zur konsequent diversen Besetzung aller Panels im Unternehmen – die Vielzahl und Vielfältigkeit der Maßnahmen macht den Unterschied.“ Und sie ergänzt: „Wir sind auf einem guten Weg, aber dieser Weg ist noch ein gutes Stück zu gehen.“ Was Eichberger dabei besonders wichtig ist: „Wir müssen weit über das Thema Gendervielfalt hinausblicken. Besonders bei Menschen mit besonderen Bedürfnissen oder Behinderungen gibt es noch sehr viele Berührungsängste.“ Eichberger sagt: „Wir brauchen dringend mehr Vielfalt. Nur dann kann ein offener Austausch stattfinden, aus dem wir lernen können.“ Sie plädiert deshalb dafür, nicht nur den Blick zu weiten, sondern auch zu verändern. „Viele Menschen sind zu sehr auf vermeintliche Probleme fokussiert und übersehen dabei unglaubliches Potenzial. Diesen Fehler wollen wir nicht machen.“ Mehr Vielfalt, mehr Talente und ein besseres Arbeitsklima Mit der Kampagne „Ich bin wie ihr“ will die Deutsche Telekom deshalb auch ganz gezielt Menschen mit Behinderung ansprechen. In der Kampagne treten deshalb unter anderem eine gehörlose Mitarbeiterin vor die Kamera, die als Kundenbetreuerin arbeitet, sowie ein Kollege, der aufgrund seines Autismus über kognitive Fähigkeiten verfügt, die im Bereich IT von großem Wert bei der Fehlererkennung sind. „Diese Kollegen sind nicht nur aufgrund ihrer besonderen Fähigkeiten eine Bereicherung, sondern sorgen auch für ein anderes Miteinander“, sagt Eichberger und führt aus: „Wir bekommen oft die Rückmeldungen aus den Teams, dass mehr Vielfalt auch zu einem besseren Arbeitsklima führt. Vielleicht auch, weil man gezwungen wird, aufmerksamer zu sein gegenüber den Bedürfnissen von Menschen, die eben nicht genauso sind wie man selbst. Davon profitieren alle. Und davon möchten wir mehr.“
Das Beispiel zeigt: Mit authentischen Kampagnen lässt sich viel bewirken. Eichberger betont jedoch: „Die Brücke zwischen Unternehmensrealität und Image muss stabil sein. Sonst geht das nach hinten los.“ Und wer den nächsten Schritt von Vielfalt hin zu Gleichberechtigung und Inklusion gehen möchte, der sollte auf eine „offene, wertschätzende Gesprächskultur“ setzen, sagt sie. „Verschaffen Sie unterschiedlichen Stimmen Gehör und kommen Sie miteinander ins Gespräch.“ Den kulturellen Wandel vorantreiben, das ist die Reise, die Eichberger mit ihrem Team angetreten ist. Aber wie sieht denn das Ziel dieser Reise für sie ganz konkret aus? „Letztendlich geht es ja darum, dass wir die richtigen Talente an Bord holen wollen, mit denen wir gemeinsam unsere Aufgaben bestmöglich meistern“, sagt Eichberger. „Wir müssen es also einerseits schaffen, diese Talente zu finden, ohne in die Falle unserer eigenen Vorurteile und falschen Annahmen zu tappen. Und andererseits ein Arbeitsumfeld schaffen, in dem sich alle Menschen, unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Ethnizität, Religion, Ausbildung und auch körperlichen oder kognitiven Fähigkeiten wohlfühlen und entwickeln können. Erst dann sind wir am Ziel unserer Reise angekommen.“ Zu weiteren Stimmen aus dieser Interviewserie gelangen Sie HIER.
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